Was ich vermisse…

Hi ihr Lieben,

ich bin nun gute zwei Monate wieder hier. Viele finden zwar die Erfahrungen im Ausland sowie die Dinge, die sie gesehen haben, schön und unvergesslich, bevorzugen aber auf Dauer dann doch die Lebensweise in Deutschland. Bei mir ist das etwas anders. Es gibt schon Dinge, die sind an Deutschland besser. Aber dem amerikanischem System und der amerikanischen Lebensweise kann ich einfach mehr abgewinnen.
Fangen wir an mit den Partys. Es ist nicht so, dass sich das ganze Leben um Partys dreht. Aber wenn man schonmal feiern will, dann wissen die Amis (und irgendwie auch alle anderen Nicht-Deutschen) definitiv wie es geht. Ich mein ich bin auf Hauspartys gegangen, wo ich niemanden außer dem Gastgeber kannte. Aber trotz alledem ist man nach wenigen Minuten vollends in die Gruppe integriert und man feiert zusammen. Man trinkt (und das reichlich), aber bei den Amis lebt es sich eben auch mehr nach dem Motto „Leben und leben lassen“ und daher war ein eventueller Absturz eben auch nicht wochenlang Gesprächsthema. Bessere Musik ist sowieso am Start. Im Land des Hip Hops fühl ich mich natürlich wohl. Außerdem vermiss ich Beer Pong. Einfach super witzig und ebenfalls perfekt um sich in eine neue Gruppe zu integrieren.
Fernab von Partys ist aber auch die Uni um einiges besser. Alle lieben die Uni. Es gibt etliche Events, Verbindungen, Vereine etc. In der Studentenzeit spielt sich in Amerika eben das halbe Leben auf dem Campus ab und das finde ich auch gut. Die Studenten entwickeln eine Integrität zu ihrer Uni und leben für diese. Klar ist sie unverschämt teuer. Aber man muss es mal so sehen, dass es dort normal ist. Den Preis muss halt jeder zahlen. Und jemand, der es wirklich will, der schafft es auch auf eine Uni zu gehen. In Amerika gibt es ja bekanntlich keinen wirklichen Mittelstand, dafür kann man es eben aber auch weiter nach oben schaffen, kann natürlich auf der anderen Seite auch weiter nach unten fallen als in Deutschland. Ich habe mich mehr für den Campus und die Uni der UCR interessiert als in meinen fast 3 Jahren in Bonn. Außerdem ist auch der Unterricht super. Ich fand ihn jetzt für mich etwas leicht, aber der auf dem Main Campus als Vollzeitstudentin soll schon anstrengender sein. Ich finde einmal super, dass es anders als in Deutschland nicht nur ein Final Exam gibt. Es gitb noch ein Midterm, Essays, Präsentationen etc. Besonders auf Präsentationsfähigkeiten wird wert gelegt. Daher können die Amis auch frei und mitreißend präsentieren wie sonst keiner. Außerdem hatten wir mehr Projekte, die realitätsnaher sind. Man lernt wirklich wie es in etwa im Berufsalltag aussehen kann und lernt nicht nur starr die Theorie auswendig. Das fand ich sehr hilfreich und find ich auch gut. Und auch das ist meiner Meinung nach ein Grund dafür, dass viele der Topfirmengründer einfach aus diesem Land kommen. Z.B. alle großen Firmen, die aus der Internetbranche (google, social media Platformen, airbnb…)kommen, kommen ausschließlich aus den USA und zusätzlich haben sie ihren Sitz auch noch fast alle in der selben Gegend. Die Amis lernen halt viel besser sich selbst zu vermarkten. Natürlich ist ein Nachteil, dass viele der Meinung sind, dass die zwar viel reden können, es aber an Inhalt mangelt. Der Meinung bin ich teilweise auch. Aber wenn man zusätzlich noch was drauf hat, macht das die perfekte Mischung. In Amerika hätte ich einfach anderen amerikanischen Studenten stundenlang beim Präsentieren zuhören können und dacht mir nur die ganze Zeit „WOW! So wie die Person spricht, könnte diese Person ebensogut auch schon jahrelang in den obersten Etagen einer Firma mitmischen!“
Hinzu kommen weitere Kleinigkeiten, die ich vermisse. Echt gutes Sushi, echt gute Burger (In’n’Out), die unglaubliche Weite der Straßen (man hat einfach das Gefühl freier zu sein), die Mischung aus Stränden, guten Shoppingmöglichkeiten, Großstadtfeeling und Kleinstadtidylle und all das vereint in kürzesten Entfernungen. Natürlich werde ich nie nach Riverside ziehen, aber Los Angeles ist meine absolute Traumstadt, weil sie für mich alles hat, was mich glücklich macht. Dass ich dort glücklich war, schien ich auch auszustrahlen, da ich so oft angesprochen wurde, dass ich so strahle. In Deutschland bin ich leider eher bekannt mit nem Gesicht wie sieben Tage Regenwetter.
Am allermeisten fehlen mir aber meine Freunde. Ich hab so unglaublich tolle, herzliche Menschen kennengelernt, die teilweise auch echt beeindruckende Lebensläufe haben. Nicht, dass ich Menschen nur nach Lebensläufen beurteile, aber ich unterhalte mich einfach gerne mit interessanten Menschen.
Mag sein, dass viele der Meinung sind, dass die Freundlichkeit dort falsch und aufgesetzt ist. Aber wenn man Menschen einigermaßen durchschauen kann, merkt man auch, wer es wirklich wert ist. Und ich hatte dort so tolle, tiefgründige Gespräche mit Menschen, die definitiv nicht nur oberflächlich sind. Von den Menschen hatte ich bei weitem mehr das Gefühl, dass sie an mir und meinen Gefühlen interessiert sind, als viele Menschen, die mich viel länger kennen, hier. Hier hab ich viel zu selten Gespräche, die wirklich von Bedeutung sind und die es wert sind, dass man sie in Erinnerung behält.
Auf jeden Fall vermisse ich jeden Tag meine Zweitheimat und werde sobald es geht wiederkommen. Man soll sein Leben ja dort verbringen, wo man am Glücklichsten ist.

–Jill–

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